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Sollten Sie (oder du) eine Internetseite betreiben, dann vermeiden Sie (oder du) es tunlichst die Worte Tokio und Hotel zu verwenden. Steigerungsformen sind "Tokio Hotel" und/oder Tokiohotel. Die absolute Steigerung ist es dann, wenn man seine Meinung über Tokiohotel kund tut. Zum Beispiel wenn man der Meinung ist, dass es sich bei Tokiohotel um eine Gruppe von minderbemittelten Kinder handelt, die von einer skruplelosen Musikmafia auf die ungeschützten Gehörgänge von arglosen Bürgern los gelassen werden.
Sind wir doch mal ehrlich, Tokiohotel ist die Tupperware im Musikkanal. Billig produziert, schlecht gemacht, völlig überflüssig (!) und trotzdem lieben es alle. Wahrscheinlich weil Tokiohotel den gleichen Vertriebsweg wie Tupperware hat. Irgendjemand aus dem Freundeskreis hat irgend ein Ding von dem Blubb zu hause rum fliegen. Und wehe man gerät in die Fänge dieser Plastemafia. Erst wird man mit einem kostenlosen Begrüßungsgeschenk angefixt (im Fall Tokiohotel z.B. mit einem Klingelton), dann wird man mit dem Wohlstandsabfall zugedröhnt bis man nicht mehr weiß ob man Männlein oder Weiblein ist (HeavyRotation on MTVIVA) und zu guter letzt wird es mit Hilfe von gut platzierten Selbstaufkäufe (z.B. durch die Produzenten) auch noch auf einen Topplatz in irgendeiner frei wählbaren Liste katapultiert.
Doch das wirklich perverse an dem System ist doch, wenn du es nicht hast (egal ob Tupperware oder Tokiohotel), dann dürfen dich deine Freunde anspucken und spielen nicht mehr mit dir.

Sollte man also den Fehler begehen und seine abfällige Meinung über Tokiohotel auf seine Internetseiten ablegen, kann man damit rechnen von einer Horde ebenso minderbemittelten Teenies überrant zu werden. Warum dann andere den selben Fehler machen, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Das Phänomen Tokiohotel zeigt das die Industrie gemerkt hat, dass der mündige Bürger Mittel und Wege kennt ihrer viralen Werbung zu entkommen. Jetzt stürzt sich die Industrie auf die unmündigen, willensfreien in der Bevölkerung, die 10-15 jährigen. Musik (und nicht nur die!) wird zur Quengelware, dass dürfte erst der erste Schritt bei den neuen Vermarktungsstrategien sein.
Phänomene wie Tokiohotel gab es auch schon vor Tokiohotel. Sei es nun Take That, Caught In The Act, Robbie Williams, Madonna, Michael Jackson, Rolling Stones, The Beatles oder Elvis Presley. Jeder von denen hatte eine Hysterie entfacht. Der gravierende Unterschied scheint mir aber zu sein, dass bis jetzt hauptsächlich die Käufer engesprochen wurden, die mehr oder minder selbstständig denken und handeln können. Bei Tokiohotel wird gezielt eine Gruppe angesprochen (und beworben), bei der es mehr als offensichtlich ist, dass sie gar nicht verstehen was sie da von sich geben. Sie rennen einem Trend hinterher, weil alle anderen es auch tun. Der Tupperware-Effekt (Meine Freundin hat was davon, dann muss ich auch was haben. Kann ja nicht so schlecht sein wenn sie es schon hat).

Mir persönlich ist es egal was die Kinder hören. Egal ob nun Schnappi oder Tokiohotel, grottenschlechte Musik gab es schon immer. Was mich mehr stört, ist die Tatsache das hier unmündige Bürger geprägt werden, die später, wenn sie denn mal erwachsen werden sollten, ohne groß nachzudenken jedem Hype folgen der sich ihnen in den Weg schmeisst. Denn was Hänschen nicht lernt (z.B. selbstständig denken, eigenen Geschmack haben, ein Ich und ein Selbst entwickeln), das lernt Hans nimmer mehr.
Das die (Musik-)Industrie so skrupellos ist und es auch noch ausnutzt, stört mich um so mehr. Da kann man echt Zukunftsängste entwickeln.

 

PS: Einen lesenswerten Nachschlag zur Kommentarflut hat der Popkulturjunkie hier geschrieben. Teilenswerte Ansichten.

 

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