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28
Mai
2005

Insider

Muh-Tiger | 28. Mai, 03:10

Dilemmas


Der Retro-Sommer, also die plötzlich ungewohnt ansteigenden Temperaturen, führen dazu, dass auch ich die meiste Zeit außer Haus verbringe. Da gibt es etliche viele schöne Plätze an denen man sich im Schatten eines Baumes niederlassen und die Gedanken schweifen lassen kann.
Nun ist es aber nicht meine Art eine längere Zeit auf einer Parkbank zu sitzen und gar nichts zu tun. Vor allem finde ich es schade, dass die ganzen Gedanken, die ich soeben noch schweifen lassen habe, ins unendliche kosmische Nichts des Universums abschweifen und für immer verloren sein sollen. Eigentlich habe ich ja so einen tollen MP3-Player mit Mikrofon und Aufnahmefunktion. Nun, dieses Gerät ist handlich klein, kaum größer als ein großes Feuerzeug. Würde ich nun meine soeben gedachten Gedanken in dieses Gerät diktieren, würde das dann, für außen stehende Beobachter, doch recht merkwürdig aussehen. Da sitzt jemand bei unerwartet plötzlich ansteigenden Temperaturen auf einer Parkbank und redet mit seiner Faust.
Es wäre wohl nur eine Frage der Zeit bis der erste mit einem nassen Handtuch ankommt und versucht die Folgen des nicht vorhandenen Hitzeschlages zu lindern.
Dilemma des Tages Nummer 1, unfähig untätig eine gewisse Zeit auf einer Parkbank zu sitzen und nicht mit seiner Faust zu sprechen, bringt mich umgehend zu Dilemma Nummer 2 des Tages. Ich hätte nun auch ganz gerne so ein schickes Notebook, mit dem ich immer und überall meine Gedanken sofort per Tastatureingabe festhalten kann. Vielleicht könnte ich sie sogar per WLAN-Hotspot umgehend in die unendlichen Weiten des Internetzes blasen.

Die Kalkulation zur Anschaffung eines Notebooks (oder adäquaten anderen Speichergerätes mit Tastatureingabe) brachte mich dazu, dass ich lediglich ca. 10.000 T-Shirts verkaufen müsste um die Anschaffungskosten herein zu bekommen. Beim Verkauf von Taschen würde sich die Anzahl der zu verkaufenden Taschen zwar auf knappe 1667 reduzieren, wäre aber bei einem Verkaufspreis von knappen 21 Euro immer noch recht utopisch. Ein wenig anders sieht es aus, wenn ich auf ein gebrauchtes Gerät ausweichen würde. Aber selbst dann müsste ich noch wenigstens 3.000 T-Shirts oder 500 Taschen absetzen. Immer noch utopische Zahlen.
Da ich nicht erwarte dass sich nun ein edler Spender oder noch edlere Spenderin meldet, kam mir der Gedanke an ein Leasing oder eine Finanzierung. Doch beides setzt eine Bonitätsprüfung voraus, welche ich derzeit wohl auf Anhieb nicht bestehen würde. Es wird wohl die nächste Zeit dabei bleiben, dass ich, mit Kugelschreiber und Notizbuch bewaffnet, Gedankengänge notiere welche nicht verloren gehen sollen. Dies bringt mich dann aber ohne Umwege zu Dilemma des Tages Nummer 3: Ich kann so schlecht schönschreiben wenn ich ein kleines Notizbuch auf den Knien vor mir liegen habe. Die öffentlich verfügbaren Tische sind meist mit der Bestellung eines Getränkes verbunden oder von Rentnergruppen besetzt, welche sich für gewöhnlich ihre Getränke in Plastiktüten selbst mitbringen. Vorzugsweise schäumende Getränke in braunen Flaschen, frisch vom Kiosk. Keine sehr inspirierende Gesellschaft.
Die mangelnde Schönschrift führt dann wiederum dazu, dass ich meine sorgfältig notierten Gedankengänge später nicht mehr identifizieren kann. Ich könnte also die Gedanken genauso gut ins unendliche kosmische Nichts des Universums abschweifen und verschwinden lassen. Bringt irgendwie alles nichts, es dreht sich alles im Kreis. Mist.
Das Wort "Bonitätsprüfung" und Dilemma des Tages Nummer 3 bringen mich auf die Idee doch wieder etwas mehr zu lesen. Und das habe ich dann auch getan, was mich wiederum zu Dilemma des Tages Nummer 4 gebracht hatte. Es war zuviel Sex mit zu wenigen Frauen in den Texten die ich las. Jetzt im ersten Augenblick wohl schwer zu verstehen.
Ich las von Primaten, welche sich nach einem Streit gegenseitig befriedigen. Im wahrsten Sinne des Wortes, Wixen für den Frieden. Bonobos, eine Affenart die den Schimpansen ähnlich ist, löst Konflikte durch Sex. Ab da überschlugen sich meine Gedanken. Als erstes kam mir ein Bild wieder in den Sinn, welches mal in meiner alten Firma hing. Einer der drei Chefs hieß Wolfgang. Und an einer Tür zur Umkleide hing ein Poster aus einem Zoo: "Vorsicht! Wolfgang wirft mit Kot!"
wolfgang
Das alles macht mir schon wieder Angst. Primaten die mit Kot werfen und nur darauf warten dass ich die Hose runter lasse damit die mir an den Schniedelwuz gehen können? Den Schwanzvergleich lasse ich mir ja noch gefallen. Aber alles andere geht dann doch wohl zu weit.
Nein, Lesen ist auch keine gute Idee. Ich werde wohl mal wieder etwas mehr schreiben. Vorsichtshalber aber auf einem anderen Kanal. Diese ewige Witzelsucht ist schließlich auch keine Lösung.

Ach ja, falls mir doch noch jemand einen Laptop schenken / sponsorn will: Ich werde bestimmt nicht nein sagen. Der Sommer kann doch noch lang und heiß werden. Das bedeutet noch viele lange laue Sommerabende unter Bäumen, mit vielen Gedanken die es wert sind aufgeschrieben zu werden.

 

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Budenzauberin - 28. Mai, 23:09

"Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach verzichtete er auf weitere Experimente."
Mark Twain

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